Freitag, 28. Februar 2014

Dice Knights Berlin


Ein neuer Wargaming/Tabletop-Club hat sich Ende vergangenen Jahres in Berlin gegründet und seit sechs Wochen bin ich dabei.



Wir sind in Berlin Steglitz, genauer gesagt in Lankwitz beheimatet, was für mich praktisch ein Heimspiel darstellt. Im Moment befindet sich natürlich alles noch im Aufbau, aber es läßt sich gut an. Wenn ich im März wieder mehr Zeit habe, werde ich mich verstärkt einbringen, bislang waren meine Besuche eher sporadisch; eine Schande, denn ich falle aus der Haustür praktisch direkt...ich glaube, ich erwähnte das bereits.
Wer mehr erfahren will, sich vielleicht schon immer gewünscht hat, mit dem ollen Opa und ähnlich Verrückten Figürchen übers Tischtuch zu schieben, aber nicht zu fragen wagte, soll einfach mal reinschnuppern. Infos gibt es hier:

https://sites.google.com/site/diceknightsberlin/

Oder sagen wir: wird es bald geben. Rom wurde doch auch nicht an einem Tag erbaut...
Wir haben auch ein eigenes Forum, welches (praktischerweise !) dem Sweetwaterforum angegliedert ist:

http://www.sweetwater-forum.de/index.php?page=Board&boardID=71

Ich will jetzt gar nicht groß ins Labern kommen (wenngleich mir auf Anhieb ein halbes Dutzend Räuberpistolen einfallen), erlaube mir aber schon einmal auf eine kleine Tabletop-Convention hinzuweisen, die im Sommer 2014 stattfinden wird und - Überraschung ! - von den Berliner Dice Knights ausgerichtet wird. Ich halte meine geneigten Leser diesbezüglich auf dem Laufenden und verrate schon mal soviel:
Ich werde auch etwas präsentieren !

Wie ? Was ? Ein bißchen mehr Begeisterung hätte ich jetzt aber erwartet...

Sonntag, 23. Februar 2014

Opa light !

"Opa, Opa...Du schreibst ja so wenig. Wir darben ohne deine Weisheit und lechzen deines Ratschlags ! Müssen wir uns Sorgen machen ? Bitte schreib..."

So oder ähnlich lauten unzählige Anfragen, die mich per Post, EMail oder Kradmelder erreichen.
Gewiss, im neuen Jahr wurde es merklich stiller in meinem ganzheitlichen Wargaming-Lebenshilfe-Blog. Das liegt aber nicht etwa an kühnen Projekten ohne Zahl oder an den dreisten Forderungen meines Dienstherrn, sondern schlicht und ergreifend im Umstand begründet, dass ich letzthin häufig, sehr häufig bei körperlicher Betätigung anzutreffen bin. Also Sport.
Sport ?! Hülfe, Hülfe: Opa, unser Mann an der Currywurst, hüpft in Turnschuhen und Radfahrerhöschen auf dem Laufband herum, dass nämliches nur so ächzt.
Dabei begann alles so verheissungsvoll im Herbst 2011...

Gestählt durch monatelanges Hampeln im blau-gelben Studio der beiden ukrainischen Nachwuchspolitiker, begab ich mich im Herbst 2011 für 2 Wochen in die Finca und beschloß nach meiner Rückkehr spontan, ein Schwergewicht unter Deutschlands tabletoppern zu werden. Man(n) muß sich auch mal neue Ziele setzen. Mit Pinselschwingen und lecker Platten bauen würde solch´ Ziel indes auf ewig fern bleiben. Vielleicht weil der Opa die Sache mit den Komplementärfarben nicht verinnerlicht und bei der Vergabe der linken Hand zweimal "Hier" gerufen hatte ?!
Also musste es irgendwie anders gehen...
Versehen mit einem Sponsorenvertrag einer namhaften süddeutschen Brauerei, begann meine unbarmherzige Kalorienjagd. Dabei habe ich listigerweise meinen Plan für mich behalten, um der unvermeidlichen Diskussion mit Frau Wuttke aus dem Wege zu gehen. Klappt natürlich nicht ewig, weil Erfolge schnell augenfällig werden. Hier ein Hackepeterschrippchen (für die Ausländer, id est: Brötchen mit Met bestrichen), dort ein Tütchen Gummizeug aus der Gottschalk´schen Ernährungsberatung und abends gerne ein paar Bemmen mehr. Schwupp-di-wupp hatte der Opa kein Platz mehr im Leibchen und mußte auf XXL ausweichen. Müßig zu erwähnen, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt die Dame des Hauses ihr Mißfallen kundtat. HöHöHö, lasse doch, dacht´ ich und während sie sich die Augenbrauen nachzog, jubelte ich mir rasch noch ein Weizen und einen Riegel Lila Kuh unters Chemisettchen.
Wobei:
So einfach wie ich hier schwadroniere, war´s denn auch nicht. Fährnisse ohne Zahl lauerten dem Speisewilligen hinter jeder Ecke auf.
Huh, was schreibt die garstige Springerpresse da beim Zeitungsmann: "Arteriosklerose Hauptursache für Herzinfarkt" Ahaa ! Satzellipsen auf die Titelseite klatschen, aber ein´ auf Onkel Doktor machen, wa ? Hab´ick jerne...
Kollegenknechte: Seit Jahren nicht gesehen, selbst rund wie´n Buslenker, aber Sprüche raushauen: "Na, ham wa janz schön zujelegt, wa ? Siehst Du Scheisse aus !" Klar du Eimer, mit vollen Hosen ist gut stinken !
Und immer wieder diese kleinen Sticheleien: Kommen wir Sommers von einer nahrhaften Gartenparty heim, hängt 3 Tage später das Bild eines gestrandeten Blauwals, gewandet in mein Lieblingshemd, am Kühli.
Da muss man mental auf Zack sein, konzentriert bis in die Gabelspitzen, damit man nicht also schon beim Pflichtprogramm schlapp macht.
Zugegeben: ich war nicht immer konzentriert bei der Sache. Auf dem Weg zum Auto die Abkürzung durch die Einkaufspassage, explizit: Sport K..stadt genommen und eh ich mich versah, hatte ich ein paar neue Laufschuhe in der Tüte. Mist. Nach 2 Wochen war der Anfall vorbei, ich war aber anderthalb Kilo leichter.
Hier ein fahrlässig in der Küche stehengelassener Salat, dort ein frisch gepresster Orangensaft... Das kostet immer wieder ein paar hundert Gramm. Aber letzten Endes wird die Ente hinten fett ! Der Erpel namens Opa indes vorne.
"Fühlst Du Dich eigentlich wohl so ?" lautete Frau Wuttkes Lieblingsfrage 2013.  "Klar...doch...warum...nicht !" war meine Lieblingsantwort 2013, derweil mir auf dem 2. Treppenabsatz das Wasser waagerecht aus der Stirn schoss.

Kurze Rede, langer Sinn. Anfang des Jahres habe ich aufgegeben und mache jetzt einen auf schlank. Ich rede mir das alles natürlich schön, so a la "Mit dem Geld, was ´de sparst, kannste Dir´n paar geile Figuren kaufen...oder bei dieser neuen Gebäudeschmiede ?" Ist natürlich Quatsch, weil ich nicht einen Groschen für derlei über haben werde, sondern die mühsam vom Munde (!) abgesparte Marie in neue Klamotten stecken darf.
Bist echt ausgeschlafen, Opa...

Sonntag, 16. Februar 2014

Einmal volltanken bitte ! - Fill it up, please !

Gestern war es nach 3 Monaten Pause endlich wieder so weit. Nach einer problemlosen Einreiseprozedur fand ich mich um 17.00 Uhr in Zambwana ein, diesem sympathisch-chaotischen Land im Herzen Afrikas.
Chris aka Xothian hatte endlich seine Raffineriebausätze (H0 von Vollmer) fertig und natürlich ein passendes Szenario vorbereitet. Etwaige Ähnlichkeiten mit realen Ereignissen in einem unsympathisch-chaotischen Land Afrikas sind rein zufällig...

Kurze Zusammenfassung, denn den offiziellen Spielbericht schreibt Chris:

Irgendwo in den wüsten Weiten Masa Kabales hat Plastron eine Raffinerie errichtet, um die lokalen Erdölvorräte besser ausbeuten zu können. Weil Zambwana zwar reich an Erdöl ist, Treibstoffe aber teuer importieren muß, hatte sich die zambwanaische Autofahrerpartei Lashkar-Al-Sayeret kurzfristig entschlossen, dort einmal vollzutanken. Leider hatte mein Alter Ego Djamal keine Zeit und legte die Operation in die Hände eines Neffen. Hätte er es doch bloß selbst gemacht...Aber ich greife vor.
Zeitgleich - ein Schelm wer Böses dabei denkt - traf auch eine Shopping-Truppe aus Tohubohu, dem Nachbarland Zambwanas gespielt von Sven, an der Tanke ein. Nach einem kurzen Telefonat beschloss man, zusammen etwas bummeln zu gehen. Bis dahin alles normal, doch zufällig waren kurz zuvor einige ausländische Touristen in der Anlage eingetroffen, die - Surprise ! - alle schwer bewaffnet waren und troop quality 10 besassen. Weil ich wieder wie ein Lurch gewürfelt habe, hatten meine fast alle troop quality 6 und der Unterschied sind Welten...

Yesterday after a break of 3 months time was right. Again I entered Zambwana, the congenial-chaotic Country in the heart of africa at 17 pm after an unproblematic entry-procedure.
Chris aka Xothian has finished his refinery- kits (H0, Vollmer) and additionally an appropriate scenario.
Any similarity to real  incident are accidentally...

A short summary of what happened:

Somewhere in the vastness of Masa Kabale Plastron had build a refinery to improve its extraction of the zambwanian oil. In fact Zamwana has rich reserves of oil but has otherwise to import expensive motorfuel.
So the zambwanian car driver party Lashkar-al-Sayeret decided, to drive over and say "please fill up !".
As my alter ego Djamal had other business, he gave over control to one of his nephew. Bad decision...but I anticipate.
At the same time - Honi soit qui mal y pense - another shopping-group from Tohubohu, Zambwanas neighbour in the north, lead by Sven arrived on the scene with a similar intention and so we joint forces. Business as usual to that point, but unfortunately some "tourists" arrived at the refinery a little earlier and - what a surprise - they were armed to the teeth and had troop quality 10. Compared to the bulk of my troops with TQ 6 we were poles apart...







Weil die Touristen die Eingangsbereich so abriegelten, dass kein Durchkommen war, versuchte ich ein kleines Flankenmanöver. Dort patroullierte Toros einsamer Wachschützer mit seinen Hunden und im Verlauf entspann sich eines dieser rollenspielerischen Kabinettstückchen, die ich an unseren Zambwanarunden so liebe. Umzingelt von Kamelreitern liess der wackere Mann die Rinder los, die sich in den nächsten Runden stampede-artig durch meine LAS-Kämpen frästen und sich dann - mit den glücklichen Wachmann in ihrer Mitte - vom Tisch retteten. Respekt !

Because the "tourists" guarded the main entrance of the compound so well I´d tried some kind of flanking manouvre only to meet one of Toros forlorn dog handler. The poor guy, surrounded by grim camelriders, managed to set free the cattles and of they went in a stampede through the bulk of my troops causing havoc. After several turns he managed to get of the table alive always "guarded" by the silly cows. Respect !
I like these little roleplaying elements in our Zambwanagames very much !





Derweil verloren die LAS und die Tohubohus alle ihre Fahrzeuge, während die LAS mühsam ihre schweren Waffen in Stellung bringen musste. Djamals Neffen steckte mit seinem Wagen unglaubliche drei Male für mehrere Runden im Sand fest und gab nicht einen einzigen Schuß ab. Na toll...
Wenigstens konnte ich mit einem einzigen glücklichen Mörsertreffer einen von Flos Touristentrupps wipen und Sven schaffte es, einen seiner Trupps über den Zaun in den compound zu hieven. Spätestens als auch noch die ZAMPOL erschien, war die Einkaufstour gelaufen. Klarer Sieg für Plastron.
Und zum Schluß noch ein paar Bilder...

Meanwhile the LAS and Tohubohus lost nearly all their vehicles while trying to take a stand with their heavy weapons. Djamals nephew got stuck unbelievable three times for turns and didn´t fired his weapon at all. Great stuff...
At least I wiped one of Flos "tourist-squads" with one lucky shot fired from my mortar and Sven managed to bring one of his squads into the compound by climbing the fence.
But finally ther ZAMPOL arrived and the shopping-tour ended. Clear victory for Plastron !
Finally some pics from the game...











Ick freu mir schon uff´s näxte Mal !

Samstag, 1. Februar 2014

Guide: Welcher Wargamer bist Du ? ------ Teil 8: Krieg ist die Hölle...aber der Sound ist geil !

Der Geräuschemacher


Als ich noch klein war, lag die Cowboy&Indianerausrüstung unter dem Weihnachtsbaum. Oder auf dem Geburtstagstisch. Oder einfach mal zwischendurch.
Einkaufen mit Oma, Opa, Tante und Onkel ? Da gehörte die Plastikkanone, ein Flitzebogen, Gummimesser, Pistole-wo-ein-Pfeil-mit-Saugnapf-rauskam oder der Klassiker des 70er-Jahrekinderzimmers, nämlich die Packung Airfixsoldaten einfach mit dazu. Taschengeld gabs ja auch noch-->Roco-Panzer.
Irgendwann war das irgendwie nicht mehr en vougue und heutzutage geht das gar nicht mehr.
Ist ja auch irgendwie total okay, Du..nä, weißte...total irgendwie...wer eine Welt ohne Kriege möchte, beginnt natürlich im eigenen Kinderzimmer.
Besser wäre freilich, der Gutmensch begänne in den Kinderzimmern Afrikas, Afghanistans oder des Nahen Ostens. Da geht er aber nicht hin, weil´s da ständig rummst und kracht und außerdem: die Amis, diese finsteren Schergen werdens schon richten. Lichterketten sind ja auch eine Alternative. So angstfrei irgendwie.
Ich komm´schon wieder völlig vom Thema ab...

Kein halbwegs normaler Mensch käme auf die Idee, jedes Ausspielen einer Karte mit einem *Splatt*, jedes Würfeln mit *krocoloc*  oder das Setzen seiner Spielfigur auf dem Spielbrett mit *boing* zu kommentieren. Beim wargaming gehört das aber zum guten Ton (Achtung: Wortwitz mit um-die-Ecke-denken).
Zumindest in Berlin ist das so und Don Martin, der große Doyen der Geräuschemacher - Gott hab ihn selig - wüsste sein Lebenswerk in guten Händen, hätte er die Möglichkeit einer Zambwana-Spielrunde beizuwohnen (vielleicht kann er´s ja...ich glaub´ er wäre glücklich).
Beträte der Gutmensch zu fortgeschrittener Stunde den jeweiligen Austragungsort, würde das unvorbereitete Ohr von einer Kakophonie sondergleichen heimgesucht werden, dass er sich bei der Berliner Synchron, wahlweise in der Papageienvoliere wähnte. Bei Erreichen des Spieltisches fiele sein Blick indes auf 6-8 Menschen, teils fortgeschrittenen Alters, die die jeweiligen Aktionen ihrer bemalten Figürchen akkustisch recht eindrucksvoll untermalen.
Dabei wird ihm erst bewußt, wie kunstvoll der liebe Gott des Menschen Sprechapparat konstruiert hat und wie virtuos der eine oder andere Zeitgenosse selbigen zu nutzen weiss. Wo im normalen Leben der durchschnittliche Muttersprachler an "Fischers Fritze fischt frische Fische" kläglich scheitert, reihen gestandene tabletopper kühnste Konsonantencluster aneinander, dass selbst der Serbokroate oder Pole beifällig nicken würde und die Schneidezähne wackeln.
Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Palatale, Uvulare und Pharyngale. Nacheinander oder -noch besser - alle zugleich:

sssssssstprschschchch
wwwwwwmmmffft
iiiiiuuuschprchchchch

Die wagemutigsten  Buchstabenhaufen werden dabei regelmäßig mit einem kollektiven "Wie macht der Mörser/Panzer/irgendwas ???" kommentiert und der Verursacher darf unter allfälligen Beifall und Johlen sein Geräusch noch einmal zum Besten geben. Auf diese Weise geadelt, gilt er von Stund an als eine Koryphäe unter den Akusstikern und darf sich fürderhin Sir Noise heissen.
Dennoch: Obwohl hier die Produkte einer verfehlten Erziehung ihrem zweifelsohne menschenverachtenden und geschichtsrevisionistischen Tun huldigen, will sich kein rechtes Gefühl der Bedrohung einstellen. Im Gegenteil: Die geargwöhnte Gewaltbereitschaft entpuppt sich als lustiges Friede-Freude-Eierkuchen mit Häppchen und Schwätzchen und so zieht der Gast enttäuscht von dannen. Leider ists schon recht spät und den zweifelhaften Fahrkünsten Berliner Taxifahrer will er sich nicht aussetzen, weshalb er sich den öffentlichen anvertraut. Dummerweise fahren dort zu dieser Stunde jene, welche auf dem Gabentisch niemals Panzerchen und Plastikwumme fanden, sondern die sich das Sprechen an der Spielkonsole selbst beigebracht haben. Na und dann gibts ja vielleicht doch noch so richtig eins aufs Fressbrett !
Wäre mal ´ne prima Gelegenheit ein altes Vorurteil gegen ein neues einzutauschen...