Montag, 18. August 2014

Dice Knights-Convention 2014


Dice Knights Convention 2014

 Berlin, 16.- 17.08.2014


Am Sonnabend und Sonntag war es soweit: Die erste Convention unseres noch jungen Tabletop-/Wargamingclubs startete durch und - ich nehme es einmal vorweg - war ein Erfolg !
Am Start waren Wargames, Rollenspiel, Bastel- und Malworkshops/Präsentationen, die sowohl eine schon recht ansehnliche Themenvielfalt repräsentierten, als auch optisch schön daherkamen.
Neben den Präsentatoren aus dem Club waren viele Sweetwaterveteranen mit ihren Tischen am Start und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, ein Spielchen zu wagen oder sich einfach nur einmal anzusehen, was es mit "Figurenschieben" eigentlich auf sich hat.

On Saturday and sunday the first convention organized with our wargaming-club opened its doors. As much as I´m concerned I would entitle it as a major success !
A considerable variety of wargames, role-playing-games and workshops were presented and they all looked beautiful.
Some veterans from the sweetwaterforum participated with their works and games and all visitors took some time to play a games or took the opportunity to see "what is wargaming ?"

Wie hier schon gepostet, habe ich monatelange Vorarbeit getrieben (und bin doch nicht fertig geworden...), sodaß ich meinen Tisch ansehnlich präsentieren konnte. An zwei Tagen hatte ich neben drei sehr unterschiedlichen und immer wieder interessanten Spielen am eigenen Tisch noch die Gelegenheit gehabt,  zusätzlich an drei weiteren Tischen zu spielen:
Da war zunächst einmal ein SAGA-Spiel zwischen Wikingern und Anglo-Dänen. Für mich die Premiere, denn bislang habe ich mich erfolgreich gegen SAGA wehren können (Sic! Es gibt tatsächlich Leute, die es noch nie gespielt haben). Ich fands sehr interessant und freue mich auf Crescent&Cross.

FullThrust war ein kurzweiliger Spaß, bei dem ein paar durchgeknallte Weltraumpiloten ihr Geschoss auf einem unvorhersehbaren Parcours durch ein Asteroidenfeld steuerten...mit mehr oder weniger Erfolg.


Am Sonntag ergab sich noch die Gelegenheit zu einem Fantasy Hack&Slay im Sengoku-Japan. Zumindest letztere Platte konnte ich noch fotografieren; ansonsten sieht  es mit eigenen Bildern eher mau aus, denn pünktlich zu Beginn gaben die Akkus den Geist auf.

Für ein paar Schnappschüsse hat´s aber noch gereicht. In der letzten Woche habe ich noch eifrig Gelände und gebväude gebaut und so wurde es leidlich voll auf dem Tisch:

As mentioned earlier on this blog I made my preparations since months ago (only to end up unfinished...).
I made three very different games and managed to try three other games . The first was a SAGA-game (yes, I was the last one around that never ever did it before), a very funny Full-Thrust games with some wacky pilots and finally a fantasy-japanese game.
Because right from the start the battery of my camera was flat so I have no pics of my own of the first day, but follow the link below there is plenty of. The following pics are from the game on sunday.

Ich hatte dankenswerterweise eine Platz am Fenster, allerdings wechselten die Lichtverhältnisse mit dem Wetter...die Temperatur auch. Nach dem Aufbau war ich das erste Mal durch...


My table was situated near the window so the light changed with the weather as well as the temperature.
After setting up the table I was soaking wet...


f
Kuomintangsoldaten arbeiten sich unter dem Feuerschutz eines Panzer I vor...

Guomindang-soldiers proceed under fire protection from a Panzer !...
Zwei Trupps der  Chinesen in einer eigentlich günstigen Stellung...

Two chinese squads in some sort of good position...
Hier hat es sie dann übel erwischt: wipe-out

Here again now mauled : wipe-out


Eines der Häuser, die ich noch kurz vor der Con gebaut habe. Davon brauch ich noch ein paar...

One of the building I made last week. Think I need some more...










Und hier der link zu den anderen Bildern:

And the link to more pics:



 http://www.sweetwater-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=14969



Samstag, 9. August 2014

Das Reich der Mitte und die aufgehende Sonne (3) - China and the Rising Sun (III)


  China oder: Wie der Opa sich das vorstellt...



Damit wir auf der Convention auf passendem Gelände spielen können, musste ich zunächst einige Gebäude bauen, weil ich für diesen Maßstab und diese Region wenig Passendes besitze.
Nun sollten die Gebäude einesteils erkennen lassen, dass sie in China stehen, andererseits nicht zu altertümlich oder klischeehaft wirken. Dabei ist zu bedenken, dass z.B. in Shanghai ganze Stadtviertel schon in den 30er Jahren sehr europäisch wirkten, was einesteils auf die dort vorhandenen europäischen Konzessionen, mit ihrer städtischen Bebauung zurückzuführen ist, andererseits viele Zweckgebäude sich ebenfalls an europäischen Vorbildern orientierten, beispielsweise Bahnhöfe oder das berühmte Sihang-warehouse.
Dennoch gibt es typische (regionale) Elemente, bei denen ich mich großzügig bedient und die ich auch gerne vermischt habe, z.B. Shikumen, Siheyuan oder die unchinesisch anmutenden Diaolous.
Kurze Rede, langer Sinn, hier ein paar meiner Basteleien:

1. Siheyuan 

Nachdem ich zunächst mit einem Testgebäude begonnen habe, habe ich mich direkt an einem grösseren Stück versucht, dem Siheyuan, einem auf vier Seiten umschlossenen Hof. Es ist ein traditionelles chinesisches Wohnensemble, dass eigentlich eher in Beijing und Nordchina und anzutreffen ist. Ich habe es komplett scratchbuild aus Polystrol in 3mm bzw. 5mm Stärke, Balsaholz, Wellpappe und ein paar Kleinteilen.
Die als typisch chinesisch empfundenen geschwungenen Dächer findet man eher seltener in profanen Gebäuden; sie sind Tempeln vorbehalten oder kaiserlichen Gebäuden bzw. dort, wo sich Bewohner diesen aufwendigen Baustil leisten konnten. Hier habe ich im Hauptgebäude ein Dach mit gestufter Neigung gebaut, die übrigen Dächer besitzen ein gewöhnliches Dach. Bei der Farbgebung war ich etwas wagemutiger, denn im "alten" China durfte nicht jeder sein Haus bemalen wie er wollte. Vielmehr gab es einen Farbcode und insbesondere die Farbe Rot war zu gewissen Zeiten dem Kaiserhaus vorbehalten. Im Allgemeinen deutete die Verwendung der Farbe Rot in Balken, Säulen und Fenstern an, dass der Hausbesitzer adlig oder sehr vermögend ist. Rot wurde allerdings niemals - außer bei einigen Tempeln -  für Dächer verwendet.
Man erkennt aber auch : Ich habe recht großzügig begonnen und mußte dann kräftig herunterschrauben, um noch im Maßstab zu bleiben. Nach jeder längeren Bastelpause, passiert das wieder...
Komischerweise bin ich erst kürzlich auf die Idee gekommen, den Modellbahnzubehör nach passenden Teilen zu durchsuchen. Bei der Fa. Auhagen bin ich fündig geworden und verbaue nun sukzessive deren Fenster statt meiner selbstgebauten klobigen Gucklöcher.

China or: How I think it should look...


Because I like to play on an appropriate table at our convention I had to make me some buildings, simply because I do not have anything that fits. Although I don´ t want the typical stereotypes it should be made clear that they are chinese. On the other hand many western style buildings existed in larger cities e.g. Shanghai which was divided in several european concessions alongside the old chinese city. Some more modern buildings for example stations had a specific european look. The Sihang warehouse was completely made of concrete with walls so thick, its defenders had a safe shelter even under heavy bombardment.
However there are several typical (and regional) element of chinas vernacular architecture for example the "shikumen", "siheyuans" and even the atypical "diaolous".
To cut a long story short, here are some of my  works:

1. siheyuan

After doing a building as an experiment I directly went on to a larger piece a "siheyuan" which literally means a courtyard surrounded by buildings. It is a vernacular chinese structure used for residences, business or even temples originally in use in the northern part of china so in Beijing and adjacent territories.
It is build from scratch using 2 and 5mm-polystrene, balsa, crinkled cardboard and a number of different small pieces.
The typical sweeping roof can be mostly found in temples, palaces and residences of wealthy ones. Multiple inclined and straight inclined roofs are the rule and so I did it here. Instead I was a little bit daring while using colours. In ancient china one was not alloud to paint his house the way he like  for restrictions were given when using colours on buildings. The colour red was used only by nobles and the very wealthy ones and through some periods it was restricted to the emperor and temples. With exeption of some specific temples the colour red had never been used for roofs.
You may notice: I began works large-dimensionized just to scale it down later to stay in 20mm scale.
Strange but a short time ago it crossed my mind to take a closer look to the model railroad and its accessory- kits. Now I use windows from the german manufacturer Auhagen rather than my own clumsy pieces.






Wie im Vergleich zu den 1/72-Figuren zu sehen ist, habe ich recht großzügig dimensioniert.

As one can see in this scale comparison the building is generous dimensionated.










2. Shikumen

Ein typisch europäisch-chinesischer Baustil aus Shanghai, der sich Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts ebenda entwickelte. Der Name Shikumen bezeichnet dabei den Eingang zu einem steinernen Lager- oder Geschäftsgebäude. Dahinter öffnete sich häufig ein kleiner Innenhof, über den Licht und Luft ins Gebäude gelangten. Typisch wieder der Hof, der aber, bedingt durch die städtische Enge, hier sehr viel kleiner ausfiel.
Bei wohlhabenden Familien oder in teureren Stadtteilen waren die Eingänge häufig kunstvoll gestaltet, um so den Status der Bewohner herauszustellen.

A typical sino-european architectural mix from Shanghai which developed during the 19th century. The name "shikumen" literally means a stone gate which opens into a narrow yard. Typical again we meet a court but this time it is much smaller due to the urban limitation of space. Sometimes the gates were rich decorated showing the wealth or rank of the inhabitants.


 
 Die Türen sind eigentlich Fenster im Jugendstil.

The doors are originally windows in Art Noveau.
Und hier mit einem Größenvergleich...

For scale comparison...




3. Diaolou

Eine besonders eigentümlicher Baustil an einigen wenigen Orten Südchinas, vornehmlich in der Umgebung Kaipings.
Schmucklose hohe Türme tragen teilweise barockartige Dachgeschosse oder Terrassen, denen man ihre europäischen Vorbilder deutlich ansieht. Es handelt sich dabei um Bauten, die Exilchinesen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts nach ihrer Rückkehr in die Heimat errichtet haben. Während sich einige der Heimkehrer offensichtlich an diesen westlichen Baustilen erfreuten, beschränkten sich andere auf eher funktionelle Aspekte. Solche Dialous dienten als Schutz und Rückzugsmöglichkeit bei Hochwasser oder bei Überfällen der zahlreichen Warlords und später der Japaner. Dauerhaft bewohnt waren sie selten. Es gibt auch einige ausgesprochene Wachtürme, die mit ihren dicken Betonmauern selbst Beschuß widerstanden.

A peculiar architectural style does exist in a few locations in southern china predominantly in the vicinity of Kaiping.
Bare and high towers are crowned with an attic storey of a baroque appearance or some kind of roof-terraces. They were build in the late 19th and early 20th Century by chinese expatriates who returned home. Apparantly they enjoyed these kind of western architecture. Others has been build as shelter against the periodical floods and assault of warlords and later the Japanese. These Dialous didn´t serve as permanent habitations and additionally another kind of Dialou was build as watchtower. With their thick concrete walls they even withstood heavy shelling.



 Im Vergleich zu den obigen Originalbildern, sieht dieser Dialou vergleichsweise bescheiden aus, aber das Original ist schon ein extremes Beispiel. Andere sehen deutlich schlichter aus.
Die dicken Betonmauern des Wachturms weisen schon einige Beschußspuren auf. Es gibt in der Tat Berichte über chinesische Soldaten, die regelrecht ausgehungert wurden, weil es den Japanern nicht gelang, diese Türme zu zerstören.

Compared to the original shown on the pic right up this Dialoou looks rather meek but to be true, the original Dialou is by far extrem. Other ones are less decorated.
The thick concrete walls of the watchtower had proven their stability as one can see from the shelling-marks.
In fact reports does exist from chinese soldiers who hid in them a had to literally be starvened out by the japanese for they do not find a way to break the towers nor enter them.


Zwischenzeitlich habe ich noch ein paar weitere Gebäude in Arbeit, die aber sehr viel simpler ausfallen werden, weil der Bastelaufwand teils recht hoch war. Naja...


Bis dann !

See you !


Samstag, 2. August 2014

Und...es...lebt !


Grüße allesamt !

Zurück von einer wirklich schönen Schiffsreise ans Nordkap und noch ein wenig im Relaxmodus (mit ein paar wirklich spektakulären Bildern vor Augen), wird es höchste Zeit, die Dice-Knights-Convention vorzubereiten. Weil es mich - mittlerweile schon traditionell - eine Woche vor Abreise aufs Lager geworfen hat, bin ich etwas in Verzug geraten...Die alte Bandscheibe will aktuell auch anders als ich, aber da muß ich jetzt durch.

Hier einige Impressionen aus dem Geirangr-Fjord, einem Highlight der Reise:




video

Noch 14 Tage bis zur Dice-Knights-Convention...










...und ich bin weit entfernt von fertig mit meiner Präsentation und muß einige Abstriche in Kauf nehmen.
Weniger ist manchmal mehr.


Bis demnächst