Sonntag, 15. Januar 2017

Kommt der Berg nicht zum Propheten...

...heißt es Klettern und nicht Beten !

So denkt sich Salah Ibn Wutt, der Emir von Al-Salbei, und beschließt seinem Lieblingsungläubigen einen Gegenbesuch abzustatten. Kann ja nicht angehen, dass der arme Mann immer erst Tausende von Meilen reisen muß, um Leute zu massakrieren.
Gesagt, getan und drum besteigt er mit seinen Männern eine Dhau, um sich nach Frankreich einzuschiffen.
Die Einreise ins Languedoc gestaltet sich erfreulich unproblematisch, weil sich der Emir und sein Gefolge schon an Bord ihrer Ausweispergamente entledigen und also gar nicht lange sabbeln müssen. Zusätzlich mit warmen Decken und guten Wünschen der Mönche von Notre Dame de Folie versehen, macht man sich auf den Weg. "Wie sind die denn hier drauf ?", schmunzelt der Emir und trifft pünktlich am Sonntag dem 15.01.1117 in Poisse-Pierre, dem Stammsitz der Herren FitzKnitz ein...

N´Abend, die Herrschaften !
Am Sonntag habe ich HeinzKnitz in seinem Hobbykeller einen Besuch abgestattet, um dort selbst mit ihm Lion Rampant anzutesten. Gute Gelegenheit für mich, einmal mehr die Sarazenen aufzustellen.
Heinz spielte mit der Normannenliste, ich mit der Seldschukenliste; beide nur geringfügig modifiziert.
Wir haben das Szenario A: Bloodbath gespielt, sicherlich naheliegend, wenn man erstmal reinfinden will.
Die Regeln sind erfreulich eingängig, ziemlich straight und...ja...machen Spaß. Erfreulich, da ich im Augenblick keine Zeit und Lust habe, mich durch seitenlangen Regelwust zu kämpfen oder mir Gedanken machen muß, ob dieses oder jenes Regelfeature jetzt historisch ist oder diese bzw. jene Situation richtig abbildet. Das will Lion Rampant nämlich gar nicht. 

Links die Armee des Emirs,
rechts Ritter und Vasallen von Lord Henry FitzKnitz, die sich mühsam zu sortieren suchen...








...was ihnen dann auch sage und schreibe in Runde 6 gelingt.


Da hat der Emir seine Reiter schon entfaltet und sie rechts und links in kühne Flankenmanöver entsandt.


"Beim Barte des Propheten", denkt sich der Emir. Das läuft ja wie ein Kamelrennen, während Pfeile und Speere auf die illiteraten Wikingernachkommen hernieder prasseln.

Zu deren Unglück wendet sich zunächst auch die eigene Topographie gegen den Lord, dessen Mannen zwischen seinen Wäldern ("wer hier wildert, wird gehängt !") und seinen Felsen ("wer hier klettert, wird auch gehängt !") eingekeilt bleiben.

Zwischenzeitlich naht der Emir mit seiner Leibwache und so läßt sich der Lord auf eine kleines Duell ein...





...das aber unentschieden endet.
Vorerst ziehen sich beide zurück und wagen keine neue Challenge.

Vom eigenen Schwung getragen, verheddern sich ein paar Bogenschützen dann aber irgendwie in den Zäunen und Bäumen des Lords und weil er gleich selbst Hand anlegt, wird eine erste Einheit Rechtgäubiger in alle Winde zerstreut.


Zwar kann der Oberghazi noch eine Runde Fersengeld geben, aber dann ereilt auch ihn sein Kismet.

Langsam aber sicher macht sich die überlegene Rüstung der Ungläubigen bemerkbar und die Verluste der Gotteskrieger steigen.





Die Schlacht wogt hierhin bald, bald dorthin und zerfasert mehr und mehr in Einzelkämpfe und dennoch:

Langsam aber sicher kreisen die erbarmungslosen Franc - Allah möge sie strafen - die tapferen wahren Gläubigen ein.
Emir Ibn Wutt setzt alles auf eine Karte und versucht, Inschallah, das Blatt zu wenden.


Doch zu spät, zu schwach: Des Emirs Garde wird hingeschlachtet, er selbst entfernt sich in Richtung Paradies, wo eine erkleckliche Anzahl zweifelsohne unverheirateter Frauen, ihm schon mal das Badewasser eingelassen hat.







Gott wollte es...

Sonntag, 8. Januar 2017

Opa muss reisen...nach Namibia (10)

Frohes Neues erstmal...

Da hat der Opa doch fast den letzten Teil der Namibiareise vergessen. Schlamperei.
Also hier geht´s weiter:



Langsam neigt sich die Reise dem Ende entgegen.

Zu unserer vorletzten Station, der Wolvedans Dune Camp, war es nur noch ein Katzensprung.



Und dann habe ich es doch noch geschafft. Einmal mußte ich mich im Sand festfahren und das kam so: Nur noch 2 km vor dem Ziel fuhr vor uns auf dem einspurigen Weg ein Jeep, der Gäste von einem Ausflug zurück zur Lodge brachte. Und dem platzt natürlich der Reifen... Schade auch, dass der Wagenheber nicht funktionierte. Im Urlaub bin ich regelmäßig geduldiger als daheim, aber als sich keine Lösung des Problems ins Sichtfeld schob, beschloß ich, einfach um das Ding drum rum zu fahren. Einfacher gesagt als getan, denn der Weg war schön eingefahren, rechts und links ging es gut 30-40 cm hoch. Rauf ging noch, aber runter nicht mehr. Der Motorblock des Polo setzte auf und dann ging es weder vor noch zurück. Wenigstens hatte Pannemann einen Spaten und mit dem hab ich dann
den Wagen freigeschaufelt und mithilfe der zwangspausierenden Gäste schob ich mich dann wieder zurück auf den Weg. Also doch noch ein bißchen Abenteuer zum Schluß...


Die Wolvedans Dunes Camp liegt in einem ziemlich großen Private Ressort, welches vor 25 Jahren durch die Zusammenlegung mehrer Viehfarmen entstanden ist, Namib Rand Nature Reserve. Der Besitzer ist wie so häufig ein Deutschstämmiger. Neben dem Camp gibt es noch weitere Lodges und Unterkünfte im Reserve, aber alles sind sehr kleine Geschichten, sehr privat.




Die Fahrzeuge werden am Empfangshaus abgestellt und dann wird man von seinem persönlichen Guide der nächsten Tage in die Dünen zum Camp gefahren. Dort arbeiten und wohnen nur vier Damen, die Männer sind anderswo untergebracht.
Die Tiere kommen vergleichsweise nahe an die Zelte heran, man kann sie praktisch vom Liegestuhl beobachten.



Abends fuhren wir zu sechst mit unserem Guide zu unserem Sundowner in die Dünen und genossen ein kühles Getränk und Snacks. Phantastisch !
Danach gab es ein vorzügliches Essen.







Am nächsten Tag fuhr uns unser Guide durch die Dünen.
Der Mann war kompetent und zeigte uns ständig Dinge, die wir alleine nie gesehen hätten (Leider habe ich mir seinen Namen nicht aufgeschrieben und ihn zwischenzeitlich nur vage in Einnerung. Asche auf dein Haupt, Opa !). Jedenfalls war der Mann absolut Klasse.

Oma Wuttke hat fotografiert, wer der Guide ist dürfte offensichtlich sein und wo ist der Opa ? Na klar: Der mit dem Bier, wer sonst ?
Zu Beginn stiefelte er mit uns ein paar Meter in  die Düne, zeigte auf den Boden und meinte, dort würde eine Dancing White Lady wohnen. Ich dachte erst, er meint ´ne Schlange, da begann er auch schon großzügig auszugraben. Zum Vorschein kam eine kleine Kugel, die unscheinbar aussah. Als er sie auf den Boden legte, klappte die Kugel acht lange weiße Beine aus und rannte davon. Ach du Kacke, war das eine große weisse Spinne ! Ich jedenfalls habe immer g geguckt, wohin ich meinen Arsch pflanze...




Urplötzlich macht er eine Vollbremsung, springt aus dem Auto und präsentiert uns ein Chamäleon. Der kleene Mann stand sozusagen mitten auf dem Weg. Er grub ihn mit Sand aus, was den auch nicht störte. Erst wenn man die Hand drüber hält und ein Schatten auf ihn fällt, wird der Kleene unruhig und will flüchten. Greifvogelsyndrom, you know ?! Death from above und so...







Ein interessantes Phänomen ist dies:


Wie schon man erwähnt gibt es in Namibia wirklich uraltes Gestein - Gondwanaland, gelle ? - das seit Jahrmillionen vor sich hin erodiert. Ziemlich eisenhaltiges noch dazu (wir erinnern uns an´s Moon Valley...), sodaß sich winzige Eisenpartikel im Sand finden. Einmal nur kurz mit einem Magneten durch die Sand gewischt und voila: Ein Igel !



Der Tierbestand ist recht hoch, allerdings hat es gut 15 Jahre gedauert, denn bis 1992 war es Weideland.



video

Nachmittags machte er ein Führung durch die Zentrale. Eigene Werkstatt für die Fahrzeuge, Solaranlagen, Dieselgeneratoren, eine recht große Speicherbank , Gewächshäuser, Kräutergarten. Die Privatunterkünfte der Beschäftigten und ihre Recreation Area mit Minidisco und Bar. Sehr interessant. Der überwiegende Teil der Salate und Gemüse, die man abends verputzt werden dort selbst gezogen, das Fleisch kommt teils von den benachbarten Safariparks, wo die Waidmänner aus dem Flugzeug zweifelsohne fleissig zugange gewesen waren...

Insgesamt betrachtet waren die Tage hier wirklich großartig und gehörten mit Sicherheit zu den Highlights des Urlaubs.

Am vorletzten Tag wollten wir eigentlich zur Red Dunes Lodge, aber dort gab es leider eine Buchungspanne (ja, auch das kann passieren), sodaß wir kurzfristig zur Bagatelle Ranch umgezogen sind. Durch die Verzögerung konnten wir allerdings nichts mehr unternehmen, obwohl uns die Besitzerin - natürlich auch wieder deutschsprachig - die Leoparden oder den Abendausritt empfahl (genau: dort kann man Reiterurlaub machen).
Wir entspannten uns indes bei Bier und einem wirklich vorzüglichen Barbeque. Ich empfehle Kudu-Carpaccio und Springbok und Beef. Mnjammmm. Der zahme Hausspringbok kam an jeden Tisch um sich zu vergewissern, dass alles schmeckt...



Am nächsten Tag ging es zurück nach Windhoek und dann war der Urlaub schon wieder Geschichte.

Wir wollen unbedingt nochmal nach Namibia !